Diktagrafische Mitteilung des Referates 2.1 Werkstatt der Abteilung II für Praktische Diktagrafie in der Hauptstelle für Diktagrafische Angelegenheiten
Die abgebildete A4-Diktagrafik wurde nicht, wie die meisten weiteren Exemplare, durch ein Stichwort oder eine Assoziation aus der Textvorlage inspiriert. Es wurden ebenso wenig entsprechende Diktagrafische Operationen für eine gezielte Konstruktion ausgewählt. Vielmehr ist sie ein glücklicher Zufall und ein verspätetes Zeugnis für die intensive Beschäftigung mit dem Thema „Nebel“ nach eindrücklichen Erlebnissen eines zurückliegenden Novembermorgens.
Impression
An besagtem Morgen des vergangenen Novembers führte ein Spaziergang die Diktagrafierende Richtung Sportstätte wie so oft an einer Wiese entlang, die häufig überschwemmt ist und sehr tief liegt im Vergleich zum Umland. Dort wachsen wertvolle Kräuter und obwohl stadtnah und an einer Autobahn gelegen, gibt es hier Rehe, Bussarde, Fasane und Graureiher zu sehen. Diese Wiese ist ein ganz besonderer Fleck Erde, auf dem häufiger Nebel zu liegen scheint, als drumherum.
Reflektion
Und wie so oft kommt der Diktagrafierenden in den Sinn, wie viele Phänomene unserer Umwelt einem bekannt erscheinen und mit deren Begriffen alltäglich hantiert wird, ohne eine genauere Untersuchung derselben. Dabei spielte der Nebel in ihrem Leben bereits häufig eine Rolle: als Grund, früher zur Schule aufzubrechen, um der Witterung angemessen fahren und doch noch pünktlich den Unterricht erreichen zu können, als Bestandteil mystischer Geschichten und in Träumen und als ein weiterer Grund für ihre Jahreszeiten-Präferenz zum Herbst, der mit seinen aufkommenden Nebeln für mehr Ruhe und Klarheit sorgt.
Anekdote
Als die Diktagrafierende eine Zeit lang in Ostfriesland lebte, hatte sie einen alten Seebären zum Nachbarn. Er grüßte an nebligen Tagen mit folgender Frage: „Moin, ganz schön klein die Welt heute, wa?“ Die Welt als kleiner als sonst anzusehen, nur weil mehr Wasser in der Luft war, empfand sie in den ersten Gedankengängen schon beinahe infantil. Später jedoch wurde dies bereits poetisch empfunden. Ab und an die Welt verkleinert vorzufinden, kann als wohltuender Anlass gelten, in sich zu kehren, äußere Ablenkungen im Verborgenen zu wissen, aber für den Moment nicht beachten zu müssen, ja nicht einmal sehen zu können. Wenngleich der Nebel häufig als bedrohlich und gruselig beschrieben wird, plädiert die Diktagrafierende dafür, ihn als Chance für einen ruhigen Tag mit Wolldecke, Tee und Tagebuch anzusehen.
Angaben im künstlerischen Katalog
Im Ergebnis einer spielerischen Erprobung neuer Ideen für Diktagrafische Operationen ist der Novembermorgen mit seinen Nebelschwaden über der Wiese entstanden. Die aufgehende Sonne steigt zwischen Schilf und Rohrkolben auf und brennt allmählich den Nebel weg. Es handelt sich um eine Zeichnung auf Aquarellpapier im Blattformat DIN A4. Die Maße der Zeichnung sind 12,5 x 23,5 cm.
Diktagrafische Klausel
Diese A4-Diktagrafik wurde gesetzestreu nach Kodex erstellt und ordnungsgemäß registriert – sowohl im Diktagrafischen Gesamtregister unter der Kennung DG.1 als auch im Teilregister für A4-Diktagrafiken unter DG4.1. Das Werk hat das Diktagrafische Atelier bereits verlassen und befindet sich im Privatbesitz eines Käufers. Das entsprechende Registerdokument DG4.1-REG wurde für das Referat 3.1 der Abteilung III für Verwaltung in der Hauptstelle für Diktagrafische Angelegenheiten angefertigt und verbleibt bis auf Weiteres im Archiv.
In freier Ordnung und mit rechtschaffenen Grüßen
Der Diktagraf