Diktagrafische Mitteilung DGM des Referates 3.1 Register der Abteilung III Verwaltung in der Hauptstelle für Diktagrafische Angelegenheiten
Aus der Vorlage für die A4-Diktagrafik DG4.2 war für die Diktagrafierende besonders ein Begriff auffallend – und zwar der „Wahnsinnschritt“. Es regte Gedanken und Assoziationen an, wie der Wahnsinnsschritt als Begriffskonzept definiert werden kann. In den ersten Gedankengängen sind in folgender Auflistung stehende Beschreibungen für den Wahnsinnschritt entstanden.
- Der Wahnsinnsschritt ist ein Schritt von einer steilen Klippe in einen Abgrund.
- Es ist der erste Schritt eines jungen Lebewesens.
- Es ist der Schritt eines oder einer Wahnsinnigen.
- Die unglaublich großen Schritte des gestiefelten Katers sind Wahnsinnsschritte.
- Es ist ein wahnwitziger Schachzug im übertragendem Sinne mit hohem Risiko zu scheitern.
- Ein Wahnsinnsschritt ist wohl auch einer, den nie zuvor ein Mensch getan hat, wie der erste auf dem Mond.
- Oder jeder Schritt der eine sportliche Hochleistung besiegelt, wie die Schritte über eine Ziellinie beim Marathon.
Nachdem sich die Wildwasser der Assoziationen gelegt hatten, folgte der Versuch zu erkunden, was in der vorliegenden Vorlage mit dem Wahnsinnsschritt gemeint sein könnte. Der besprochenen A4-Diktagrafie liegt ein Zeitungsartikel über ein Fußball-Match zugrunde. Ein Wahnsinnsschritt scheint eine beliebte Vokabel im Fußballjargon zu sein. Jedoch fielen genauere Recherchen zum Begriff aus, da der Diktagrafierenden klar wurde, dass dem Begriff mangels Interesse an genanntem Sport kaum Relevanz beizumessen war.
Anwendung einer neuen Diktagrafischen Operation
Die Diktagrafischen Überlegungen zu diesem Begriff führten, auch durch die weitere Verwendung des Begriffes Remis im Text, zu Assoziationen mit dem Schachspiel. Wenn ein Schritt im Schach als Wahnsinnsschritt gelten kann, dann wohl der des Springers, welcher als einzige Schachfigur einen zweiteiligen Schritt in verschiedene Richtungen beherrscht – den sogenannten Rösselsprung. Von diesen Gedanken und Assoziationen inspiriert wurde für diese A4-Diktagrafik eine neue Diktagrafische Operation versucht. Eine Linie führt fortwährend durch eine Textspalte nach folgenden Regeln:
Eine Linie wird an einer Textzeile am oberen oder unteren, rechten oder linken Textrand begonnen und entlang der Grundlinie des Textes als Gerade fortgeführt. Dann wird nach eigenem Ermessen entschieden, wie der Rösselsprung auszuführen ist: Entweder folgt die Linie horizontal drei Worten und führt dann vertikal am Wortende zur übernächsten Zeile nach oben oder unten oder sie folgt horizontal zwei Worten und dann vertikal drei Zeilen weiter. Dabei wird die vertikale Richtung beibehalten, in der Horizontalen wechseln sich die Richtungen nach rechts und links ab und führen stets an einer Seite zum Textrand. Am gewählten Ausgangstextrand wird eine durchgehende Linie zur Schließung der geometrischen Form gezogen.
Die dabei entstandenen Formen wurden mit der additiven Resultat-Operation „schwärzen“ behandelt, so dass die beiden ausgefüllten Formen entstanden.
Angaben im künstlerischen Katalog
Es liegt eine Zeichnung im Durchdruckverfahren mit Grafit auf Aquarellpapier in für A4-Diktagafiken üblichem DIN A4-Format vor mit der vorgeschriebenen Möglichkeit, das Trägerpapier auf das Format einer Maxi-Postkarte zurückzuschneiden. Durch additive Diktagrafische Operationen wurden die geometrischen Formen außerdem mit einem Acrylmarker geschwärzt und der Hintergrund mit losem Grafit getönt.
Notiz zum Verbleib
Diese A4-Diktagrafik befindet sich bis auf Weiteres im Diktagrafischen Atelierbestand und kann wie der gesamte Atelierbestand zu den bekannten Öffnungszeiten eingesehen werden.
Diktagrafische Klausel
Die besprochene A4-Diktagrafik DG4.2 wurde gesetzestreu nach Kodex zur Bestimmung und Anwendung Diktagrafischer Verfahren angefertigt und ordnungsgemäß durch das Registrierbüro der Hauptstelle für Diktagrafische Angelegenheiten unter DG.6/DG4.2 registriert.
In freier Ordnung und mit rechtschaffenen Grüßen
Der Diktagraf