12 von 12 im Oktober 2026: Fehlerkultur – Zur Evaluation des Unbeabsichtigten

Diktagrafische Mitteilung DGM des Referates 4.1 Evaluation und Korrektur der Abteilung IV des Widerständigen Restes in der Hauptstelle für Diktagrafische Angelegenheiten
Sonderausgabe: Tagesprotokoll zum 12. des Oktobers

„12 von 12″ ist ein Format für Blogbeiträge, bei dem jeweils am 12. eines jeden Monats 12 Bilder gefasst werden, die den Tag dokumentieren. Gesammelt finden sich zahlreiche Beiträge dieser Art auf dem Blog „Draußen nur Kännchen“. Der heutige Beitrag stammt erstmals aus dem Referat 4.1 Evaluation und Korrektur. Es gehört der Abteilung IV des Widerständigen Restes an, die sich all jenem widmet, was sich der Ordnung der übrigen Abteilungen nicht fügen will. Das Referat untersucht derzeit vermeintliche Fehler und unbeabsichtigte Abweichungen im Zeichenprozess auf ihr Diktagrafisches Potential. In dieser Funktion erlaubt es sich, den heutigen Tag als Prüfverfahren zu begreifen: Was als Fehler eingeht, wird nicht sofort korrigiert, sondern zunächst evaluiert.

1 – Meditation

Kein Tag ohne Diktagrafisches Datum – so auch heute nicht! Jeder Diktagrafische Arbeitstag erfordert eine erdende Grundlage und einige Notizen im Journal.

2 – Referat 4.1

Da die heutige Diktagrafische Mitteilung erstmals vom Referat 4.1 stammt, ergibt sich die Gelegenheit, feierlich das Türschild für diese Abteilung anzubringen, dessen Aufgabe es vor allem ist, Abweichungen und vermeintliche Fehler der Diktagrafischen Arbeit zu bewerten und einzuordnen.

3 – Frühstück

Akkurate Diktagrafische Arbeit und insbesondere der Umgang mit Abweichungen derselben sowie deren Neubewertung fordern ihren Tribut an Energie. Insofern wurde heute auf eine reiche Zufuhr ebendieser sehr viel Wert gelegt.

4 – Fallbegutachtung

Für einen Überblick wurden zu Beginn des Diktagrafischen Arbeitstages die bisher eingereichten Abweichungen gesichtet. Dieses Foto dokumentiert unbeabsichtigte Spuren am Rande einer Zeichnung, die durch streifende Fingernägel der Diktagrafierenden entstanden und erst nach Abzug des Kopierpapiers entdeckt wurden. Obgleich ihrer vermeintlich unordentlichen Natur sammeln sie sich an bestimmten Punkten und folgen so einer eigenen Ordnung. Der Umgang mit ihnen wird nun ausgiebig im Referat 4.1 diskutiert.

5 – Ursachenforschung

Obige durch Fingernägel verursachte Spuren sind mutmaßlich durch das wiederholte Anheben und Versetzen der Diktagrafischen Kreisschablone entstanden. Zur zukünftigen Vermeidung solcher Spuren wurde beim Referat 2.2 für Werkstoff- und Werkzeugkunde eine Lösung beantragt. Dieses vermerkte in einem ersten Antrag mit ausstehender Prüfung das Anbringen eines Griffes auf der Kreisschablone.

6 – Vorschlag

Für einen Griff an der Kreisschablone wurde ein einfacher aber nicht minder nützlicher und preiswerter Werkstoff vorgeschlagen: ein Streifen Klebeband. Zu einem „T“ gefaltet und aufgeklebt erfüllt es einen „spurenvermeidenden“ Zweck. Dieser fehlt noch in den kürzlich veröffentlichten Ausführungen zum Klebeband in der Serie „Werkzeuge der Diktagrafie“. Dies soll alsbald nachgeholt werden.

7 – Mittagspause

Wie sonst auch antragslos weil geplant und genehmigt wurde heute eine Mittagspause eingelegt. Der Anblick von buntem Gemüse und in sich verwundenen Nudeln, veranlassten die Beteiligten jedoch zu weiteren recht philosophischen Gedanken zu (Un-)Ordnungen und ihren Bestimmungen und Auswirkungen.

8 – Punktprobleme

Nach der Mittagspause wurde als zweiter Fall von Abweichungen ein Diktagrafisches Dokument eingereicht, welches unvollständig ausgeführt bereits einige Zeit geduldig in der Ablage auf Bearbeitung wartet. Es handelt sich um den ersten Versuch eines Zeitungsdiktagramms, für das einfache Punkte als Markierung für spätere Zeichenoperationen gesetzt werden sollten, die sich aufgrund eines ungenauen und durch die Schmierwirkung von Grafit verrutschenden Verhaltens, eher als unförmige Gebilde und teils sogar als Striche entpuppten. Hier wurde im nächsten Schritt das Referat 2.2 für Werkstoff- und Werkzeugkunde um Abhilfe gebeten.

9 – Permutationsdrucke

Die Permutationen stammen aus einem anderen Atelier und sind der Diktagrafie zwar verwandt, sind jedoch im Kern keine Diktagrafie. Dennoch wurde hier disziplinübergreifend der Umgang mit Schablonen untersucht, da hier das Potential für Abweichungen in der Praxis sehr hoch eingestuft wurde. Für künftige Anwendungen in der Diktagrafie wurde eine gründliche Untersuchung der Verfahren mit Schablonen angeordnet, um die als Fehler bewerteten Abweichungen des Permutationslabors im Diktagrafischen Atelier nicht zu wiederholen.

10 – Neues Präparationsverfahren

Diese vorgelegte Abweichung hat keine mutmaßlichen Fehler im Diktagramm zur Folge (sofern bis zu diesem Zeitpunkt bekannt), stellt jedoch eine Abweichung zu gewohnten Päparationsverfahren von Diktionaldiktagrammen dar. Da hier vorliegend eine Diktagrafische Operation geplant ist, die sich über den Text hinaus erstrecken soll, war es notwendig, die Vorlage direkt auf dem Kopierpaier zu fixieren. Es wird aktuell der Werkstoff Klebestift für Papier erprobt und es wird nach eingehender Prüfung zu entscheiden sein, ob es sich um eine Abweichung von üblichen Präparationsverfahren handelt, oder ob das abweichende Verfahren als ordentliches Verfahren in den Kodex aufgenommen wird.

11 – Abweichung zoologischer Natur

Als eine gemäß des fortgeschrittenen Tages und gemessen an der Nähe zum Dienstschluss willkommene Abweichung zur Arbeit des Referates kam diese Igelfliege (Tachina fera) gerade recht – eine weitere Abweichung die nach einer Neubewertung keine Abweichung mehr ist.

12 – Abschluss des Evaluationsverfahrens

Das Verfahren ist unter Vorbehalt abgeschlossen. Ergebnis: Fehler wurden nicht festgestellt, wohl aber eine Abweichungen, die auf Antrag als Ordnung anerkannt werden kann. Der Antrag wird hiermit vom Referat selbst gestellt.
Das Referat 4.1 dankt für die Aufmerksamkeit und weist ergänzend darauf hin, dass auch die vorliegende Mitteilung Fehler enthalten kann, deren Evaluation noch aussteht. Den Abschluss bildet heute ein herbstlicher Spaziergang mit philosophischer Reflexion über Abweichungen, Fehler und Potentiale.

Diktagrafische Klausel

Das vorliegende Tagesprotokoll wurde nach bestem Gewissen erstellt und spiegelt den Diktagrafischen Arbeitstag des 12. des Monats wahrheitsgetreu wider. Es dient der Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit und der Hauptstelle für Diktagrafische Angelegenheiten gleichermaßen. Eventuelle Fehler wurden nicht korrigiert, sondern evaluiert.

In freier Ordnung und mit rechtschaffenden Grüßen
Der Diktagraf